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Warum weniger mehr ist

“Mann, habt Ihr wenig”, rief ein befreundeter Architekt anerkennend, als er uns letztes Jahr besuchte. Weniger ist Luxus. Weniger ist mehr.

Besser weniger

37signals haben es uns genau erklärt:

Do less than your competitors to beat them. Solve the simple problems and leave the hairy, difficult, nasty problems to everyone else. Instead of one-upping, try one-downing. Instead of outdoing, try underdoing. (…) less means: Less features, less options, less people, less meetings, less promises.

The more massive an object, the more energy is required to change its direction. (…) If you can’t change on the fly, you’ll lose ground to someone who can.

“Easy” und “simple” - jedes zweite Wort auf deren Seiten.

Besser weniger Auswahl

Eine Sidebar, zwei Sidebars, drei Sidebars. Bookmarklets bis zum Abwinken. Overload.

Barry Schwartz weiß es: Vielen Leuten geht es besser mit weniger Wahlmöglichkeiten. Zu viel Auswahl behindert Entscheidungen und behindert gute Entscheidungen. Es ist für viele Menschen angenehmer, nicht entscheiden zu müssen.

Besser weniger Posts

In meinem Feedaggregator gab es bis heute den ungenannten deutschsprachigen Top-Blogger, der mich mit mehr als 10 Posts am Tag (!) zugespammt hat. Da habe ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen. Jetzt ist er rausgeflogen. Zu viele Posts.

Schon tägliche Blog-Einträge sind nicht zeitgemäß:

Mehr Posts bringen keineswegs mehr Traffic. Außerdem ist Traffic ohnehin völlig irrelevant, da sich niemals Geld mit einem Blog verdienen läßt.

Kein Leser kommt vorbei, um nach neuen Einträgen zu schauen. Vielmehr haben die Leser einen Feed abonniert. Sie sind loyal, weil sie abonniert haben und die Inhalte mögen. Nicht weil viele Beiträge kommen.

Viel schreiben kostet viel Zeit. Und es leidet die Qualität. Ein Beitrag am Tag ist für einen Nebenbeischreiber das Maximum, wenn der Output auch nur ansatzweise originär sein soll.

Der Druck zu posten läßt viele Blogs bereits nach kurzer Zeit wieder sterben. Oder Familien leiden.

Deshalb gibt es in meinem Blog ab heute noch weniger.

[jetzt noch weniger]

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, den 13. Juni 2006 veröffentlicht und abgelegt unter medien, warum. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

6 Reaktionen zu “Warum weniger mehr ist”

  1. Nerdcore - A Blog about very cool Stuff. Und so.
    Am 15. Juni 2006 um 01:19 Uhr

    […] Blogrolle » Blog Archiv » Warum weniger mehr ist (tags: blogs) […]

  2. Alexander
    Am 15. Juni 2006 um 19:39 Uhr

    Ja, aber was habt ihr denn so viel weniger, dass es sogar dem Architekten aufgefallen ist?

  3. georg
    Am 15. Juni 2006 um 21:40 Uhr

    Möbel.

  4. Nur mein Standpunkt » Weniger ist mehr
    Am 16. Juni 2006 um 00:05 Uhr

    […] Na schön, na schön, mag ja sein dass tägliche Postings in einem Blog überschätzt werden - aber seien wir ehrlich, ein Blog, in dem sich nur alle tagelang irgendwelche Einträge stattfinden ist auch langweilig. Ich sehe da übrigens eine Erweiterung fürs Bildblog voraus… […]

  5. Ed Wohlfahrt
    Am 18. Juni 2006 um 15:40 Uhr

    “Weniger ist mehr” klingt in Tagen wie diesen schwerst visionär. Reimt sich zwar, ist aber dennoch mein Eindruck.

  6. Blogrolle.net : Useless Account
    Am 6. Februar 2007 um 10:31 Uhr

    […] Das gefällt mir. […]

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