Lohnt ein Startup?
16. Juni 2007
Täglich werden neue und vielversprechende Startups gegründet. Ich komme schon lange nicht mehr hinterher. Da stellt sich vielleicht der ein oder andere die Frage, ob er auch irgendwas gründen sollte, um das schnelle Geld zu machen.
In der Regel sind allerdings nur fünf Prozent aller Startups aus Investorensicht richtig erfolgreich.
Also nehmen wir mal ganz optimistisch an, dass die Chance, mit einem Startup reich zu werden, etwa 1:20 steht. Und nehmen wir doch weiterhin an, dass die Chance für einen potentiellen Gründer auf ein sicheres Angestellten-Einkommen andererseits bei 100 Prozent liegt.
Weiterhin gehen wir mal davon aus, dass ein Startup einen Finanzierungsbedarf bis zum Break Even von 800.000 Euro hat. Ein Investor übernimmt die Finanzierung und erhält dafür 30 Prozent der Anteile. Der Investor erwartet für das hohe Risiko eine Zielrendite von vielleicht 50 Prozent/Jahr. Wenn das Spiel aufgeht, kann der Investor für seine 30 Prozent nach fünf Jahren 6 Mio. Euro vor Steuern bei einer Gesamtbewertung von 20 Mio. Euro einstreichen.
Für einen (Mit-)Gründer, der nach fünf Jahren vielleicht noch 25 Prozent der Anteile hält, bleiben akzeptable 5 Mio. Euro vor Steuern im Exit-Szenario. Zusätzlich hat der Gründer ein Jahresgehalt von 35.000 brutto im Startup erhalten, macht 175.000 Euro über fünf Jahre (ein unsicheres Einkommen, da viele Startups bereits kurz nach ihrer Gründung scheitern).
In einem Angestelltenverhältnis hätte der Gründer (Abzinsungen lassen wir mal einfach außen vor) zur Erzielung eines vergleichbaren Gesamteinkommens in den fünf Jahren also insgesamt 260.000 Euro vor Steuern verdienen müssen – wenn die Erfolgswahrscheinlichkeit des Startups von 1:20 mit berücksichtigt wird.
Potentielle Gründer, die als Angestellte weniger als 52.000 Euro brutto/Jahr verdienen, können in unserem Beispiel also ein Startup in Betracht ziehen.
Zu bedenken ist daneben noch die magische Altersgrenze von 30 für alle Gründer. Unerfahrenheit ist immer von Vorteil. Denn – wisdom is a bitch ;-)
13 Kommentare
[...] wer unter 52.000 Euro/Jahr als Angestellter verdient, könnte mit einem Internet-Startup die bessere Alternative wahrnehmen. Die typisch betriebswirtschaftliche Kalkulation hat Blogrolle vorgenommen: Lohnt ein Startup? [...]
Basic Thinking Blog » warum sich Gutverdiener beklagen können am 17. Juni 2007. #
[...] eine Risikobetrachtung zu machen und natürlich den Investor zu finden. Die ganze Geschichte unter blogroll.de Danke an Robert für den Link. tags: altersgrenze, blogroll, existenzgründung, startup | [...]
alles was bewegt » Startup gründen? am 17. Juni 2007. #
[...] Blogrolle.net hat mal “ausgerechnet”, ob es sinnvoll ist auch ein Startup zu gründen. [...]
Karstens Wunschkasten » Holzbrinck kauf mich! am 17. Juni 2007. #
cooler button ;)
tim am 17. Juni 2007. #
Eine Zielrendite von 50% pro Jahr??? Was hast du für Investoren? Kredithaie?
Holger am 17. Juni 2007. #
Holger: Das Leben ist hart …
Da macht sich das hohe Risiko bemerkbar. Ausführungen zu WACC und CAPM führen hier wohl ein bissl zu weit ;-)
georg am 17. Juni 2007. #
Der Unterschied zum Kredithai dürfte auch sein, dass der Investor einem später keine Schlägertypen hinterherschickt, falls er seine 50% nicht bekommt. :)
Wenn das mit den 5% Erfolgsquote stimmt kann ich aber verstehen, dass die Investoren bei dem 5% viel rausholen möchten. Immerhin haben sie dann ja statistisch gesehen an anderer Stelle wahrscheinlich schon sehr viel in den Sand gesetzt, was sie querfinanzieren müssen.
So stelle ich als Laie mir das zumindest vor. ^_^
Flo am 17. Juni 2007. #
[...] Weiter lesen [...]
BLOGSPAN.NET » Blog Archive » Lohnt ein Startup? am 17. Juni 2007. #
[...] Lohnt ein Startup? -> Blogrolle.net [...]
DimidoBlog » Bloglinks der Woche 11.06.-17.06.2007 am 17. Juni 2007. #
[...] schießen ja mittlerweile, obwohl die Ich-Ag ausgelaufen ist, wie Pilze aus dem Boden. Blogrolle hat sich des Themas angenommen und die Kosten [...]
Startup gründen? Ja oder Nein : Existenzgründer Blog am 17. Juni 2007. #
Warum nicht selbständig machen? Es muß ja nicht immer gleich Web 2.0, etc sein. Man könnte zunächst im Nebenerwerb tätig werden, ohne den Job zu kündigen. Wichtig, die entsprechenede Idee, Ausloten des Bedarfs und guter Businessplan. Ich war auch über 30, als ich mich selbständig machte (allerdings nichts Internet, etc).
salli am 18. Juni 2007. #
Für alle, die ein Startup gründen wollen habe ich mal ein HowTo geschreiben, wie man am Besten einen Service aus den USA klont… http://ortw.in/2007/06/18/how-to-build-a-german-web-20-clone-for-14431-e/
Ortwin Kartmann am 18. Juni 2007. #
exzellente Analyse.
markus am 18. Juni 2007. #