Gute Nachbarschaft
25. Februar 2008

… ist keine Selbstverständlichkeit. So scheint es, schaut man auf rottenneighbor.com. Der registrierte Nutzer kann dort nach Herzenslust Details über seine Nachbarn ausplaudern (mit Adressangabe – versteht sich).
“It’s the first real estate search engine of its kind, helping you find troublesome neighbors …”
Für Berlin gibt es noch nicht allzu viele Einträge auf der englischsprachigen Plattform. Nur soweit:
Too many children – I want to leave! (Prenzlauer Berg)
Schlampenhaus – hier wohnen zwei Ossischlampen … (Weißensee)
aber auch …
Hier gibts Bier, Schlampen und ab und zu einen Einsatz! Geil bei Euch! (Marzahn)
In den USA geht es härter und ausführlicher zur Sache. Etwa in Dardenne Prairie, Missouri:
these rotten *** holes helped their daughter set up a fake myspace account, to draw in a neighbor girl. they pretended to be a boy that was interested in the girl. they led poor megan meier on, then posted nasty crap about her. this poor child was so devastated by the rejection that she hanged herself. shame on the drew family, you all can rot in **** .
Seit neuestem können auch Videos und Fotos von ungeliebten oder geliebten Nachbarn hochgeladen werden.
Noch sind keine deutschen Copycats in Sicht. Nur eine Frage der Zeit. Lebe wohl, Privatsphäre …
[via]
3 Kommentare
Scheint aber so langsam in Deutschland anzukommen, auch ohne Copycat.
Ich selber würde es mir aber zwei- bis dreimal überlegen ob ich da nen Eintrag mache. Nicht das der “Böse Nachbar” es spitz bekommt und versucht mir PAM forte 500 zu verabreichen.
Auf der anderen Seite war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis es irgendwo so eine Art Datenbank über Vermieter gibt. Haus&Grund führt ja seit längerem eine Blacklist über Mieter. Warum also nicht auch mal das gleiche für Vermieter bzw. Nachbarn?
Ralf am 25. Februar 2008. #
Wieso nicht gleich auch für Autofahrer, Hundebesitzer und Müllentsorger. So eine allgemeine Blame- und Denunziationsplattform vielleicht …
georg am 25. Februar 2008. #
Weil ich einen Nachbarn/Vermieter u.U. verdammt lange Zeit am Hals habe. Einen bekloppten Autofahrer treffe ich nur kurz und sehe ihn i.d.R. nie wieder.
Aber mal ehrlich, in Deutschland herrscht doch die Meinung “Ich kann es machen, erfährt ja niemand”. Wo liegt z.B. die Erzieherische Maßnahme einem Autofahrer Geld abzuknöpfen wenn er zu schnell fährt? Das ärgert ihn kurz, dann ist es wieder vergessen.
Würde man für jede Geschwindigkeitsübertretung einen roten Aufkleber auf die Heckscheibe bekommen, würden wahrscheinlich viele wesentlich vorsichtiger fahren.
Denunzieren ist in diesen Zusammenhang das völlig falsche und ein sehr übertrieben gewähltes Wort. Anprangern passt da schon eher. Wenn Politiker etwas falsch machen, wird dies auch in der Presse breit getreten (angeprangert).
Warum sollten normale Bürger für ihr Verhalten in der Öffentlichkeit also nicht genauso gerade stehen?
Sicherlich geht es bei solchen Anprangereien manchmal sehr hart zu. Manchmal vielleicht auch etwas unfair. Missbrauch ist auch nicht auszuschließen. Aber all das regelt sich wenn die Menschen lernen mit so etwas umzugehen, sprich wenn sie es schaffen sich zu benehmen und diejenigen, die es nicht schaffen sich zu benehmen, auszuschließen. Dann kann so ein Pranger2.0 funktionieren.
Blogs wurden anfangs oft auch als Pranger “missbraucht” und werden es oft immer noch. Aber das hat sich in den letzten Jahren doch eigentlich ganz gut eingependelt. Missstände berechtigt anprangern wird akzeptiert. Wohingegen das unsinnige Nörgeln recht schnell ignoriert wird.
Ralf am 25. Februar 2008. #