Feedreader – wer macht das Rennen?

Nachdem der Pluckreader eingestellt wird, glaubt Richard MacManus von Read/WriteWeb, dass Feedreader für Endnutzer zum Allgemeingut werden, und damit dieser Markt tot ist.

Für Nur-Feedreader mag das so sein.

Microsoft hat Feeds in den Internet Explorer 7 integriert und nächstes Jahr wird die RSS-Unterstützung für Outlook folgen. Der Google Reader wurde erheblich verbessert und eine Einbindung in GMail wird bald erwartet. Und auch Yahoo Mail kann in Zukunft Feeds.

Mit der Nutzerbasis von Microsoft, Google und Yahoo werden Feeds auf jeden Fall zum Thema für die Massen.

Helfen wird dieser Nutzerschub den etablierten RSS-Unternehmen:

  • Feedburner könnte bald zum Full Service Angebot aufsteigen und neben seiner Werbe- und Distributionsplattform für Feeds einen eigenen Feedreader betreiben – und dann auch Revenue Shares – ein heikles Thema – für Inhaltelieferanten anbieten. Ähnlich, wie im Konzept von Feedshow vorgesehen.
  • Bloglines ist schon zu fest im Markt verankert, als dass die neuen Basisangebote von Microsoft und Co. da kurzfristig Schaden anrichten könnten.
  • Newsgator bietet neben ihrer Desktop-Software auch White Label und Unternehmenslösungen an.

Mit der wachsenden Marktdurchdringung werden Feedaggregatoren profitieren, die mehr bieten, als nur den Abruf von Informationselementen.

Die Nachfrage ist da:

(…) there are lots of squeezed bloggers out there who are desperate for a good RSS filtering solution. The first web app that solves this, or at least gives me decent filtered RSS feeds, is going to get my business for sure.

Zu den Kernelementen eines zukunftsfähigen Feedaggregators gehören aus meiner Sicht:

  • Personalisierung von Information/Schaffung von Relevanz
  • Anreize für Inhaltelieferanten durch reichweitenabhängige Umsatzpartizipation
  • Einfache und spaßorientierte Nutzung mit Community-Elementen

Besonders im Hinblick auf die Personalisierung sind noch einige technische Hürden zu überwinden. Um jedem Nutzer einen persönlichen Blick auf das Web und seine Inhalte zu liefern, sind enorme Rechenkapazitäten notwendig. Und die Skalierbarkeit ist schwierig. Wahrscheinlich bietet Google deshalb noch keine personalisierten Suchergebnisse an.

Also werden andere Wege beschritten. Greg Linden, der Gründer von Findory, beschreibt seinen Personalisierungsansatz so:

Findory uses a form of social filtering where Findory readers anonymously and implicitly share the articles they find and enjoy with other Findory readers. (…) Oversimplifying a little, Findory works a bit like Digg except that rather than seeing a front page of the generally most popular articles, you see a front page of the articles that are most popular for readers like you.

Findory nutzt das Wissen der Community implizit, um Inhalte zu filtern. Damit ist Findory auch nicht so anfällig für Manipulation, wie etwa ein Digg mit explizitem Ansatz.

Wer das Rennen macht, scheint offen:

We’re not sure who will end up being the key player in this space – maybe a giant like Google, maybe an existing startup like reddit, or maybe a whole new startup. But one thing we’re sure of: the current personalized news services still need more work and the technical issues around personalizing content are far from solved.

Spannend.