Wirtschaft des Überflusses

So viele Sachen sind knapp:

Urlaub, Parkraum, Gesundheit, Zeit, informationelle Selbstbestimmung, Vereinfachung, Wasser, Aufmerksamkeit, Software, Geld, Raum, Recht, Vertrauen, Blut, Gold, das Kind, Öl, Arbeit, Macht, Lebenszeit, Wirtschaftskompetenz.

Sind Halbleiter, Speicher und Bandbreite bald nicht mehr knapp?

Vor einer Woche hielt Wired Chefredakteur und The Long Tail-Autor Chris Anderson einen Vortrag zur Economy of Abundance, der Wirtschaft des Überflusses.

The Economy of Abundance allows business owners to defer choices to the end users. What better way to find out what consumers want than to give them everything and see what they actually buy. That is the paradigm of abundance. Why get your news programmed by CNN.com when you can have your news bubble up from the collective wisdom of end users at Newsvine or Reddit? Why get your television programmed by CBS when you can leverage the collective wisdom of the web to find great shows like Lonelygirl15 or Ask a Ninja? No longer will the success or failure of content be dictated solely by the Economy of Scarcity (e.g. Walmart). Rather, it will be dictated by the will of the consumers, as empowered by the Economy of Abundance.

Die Idee ist, dass weiterere technologische Fortschritte die Preise für Halbleiter, Speicher und Bandbreite gegen Null tendieren lassen. Und wenn diese Basistechnologien Unternehmen nichts mehr kosten, werden Sie ohne Rücksicht auf Verschwendung genutzt.

So werden im Konzept von GMail einfach alle Nachrichten behalten. Der Speicherplatz soll unerschöpflich sein, nichts muss gelöscht werden.

Walmart bietet Kitchenaid Küchenmaschinen in drei Farben an, Amazon in 57. Die Musikauswahl bei iTunes ist um ein vielfaches größer als bei Tower.

In der Wirtschaft des Überflusses geht es darum, alles zu machen. Nicht einen Inhalt verkaufen, sondern alle. Nicht bestimmte Daten speichern, sondern alle. Was nicht funktioniert, wird einfach nicht genutzt.

Die Auswirkungen für die Medienindustrie und digitale Güter sind nachvollziehbar. Für andere Branchen vielleicht weniger.

Anderson berichtete in seinem Vortrag auch, dass er eine neue Management-Philosophie ausprobiert: „I do whatever my interns tell me to do.“ This is leading him towards carrying out book signings in Second Life. He doesn’t know if it’s really a good use of his time … but it’s what the grassroots are telling him to do.