Feeds aufbohren

Das heutige RSS 2.0 wurde vor drei Jahren spezifiziert und ist vor Atom das führende Format für den plattformunabhängigen Austausch von Informationen.

Die Bedürfnisse der Anwender wuchsen in den letzten Jahren über die möglichen Elemente des Formats hinaus, so dass von verschiedenen Seiten eine Reihe von RSS-Erweiterungen entwickelt wurden.

Google, Apple und Microsoft sind da sehr aktiv. So sagt etwa Ray Ozzie, Chief Technical Officer von Microsoft:

I believe RSS has the potential to be the “UNIX pipe of the internet”, and that one of the simplest and most pervasive “mesh” needs that many of us have is to provide connections for things such as contacts, calendar entries, messages, files and the like.

Alle Erweiterungen müssen natürlich auch von Feedreadern unterstützt werden.

Google hat eine Liste mit den bei Reader-Nutzern vorkommenden RSS Erweiterungen veröffentlicht. Das ist eine sehr lange Liste geworden.

Zu den vorkommenden Erweiterungen gehören insbesondere zusätzliche Metainformationen, Standardisierungen, API- und Blogsoftware-Erweiterungen.

Bin mir nicht sicher, ob der Google Reader schon den Status eines repräsentativen Feedaggregators erreicht hat.

Sonst könnte vielleicht noch herausgelesen werden, dass sich Feedburner, Apple, Microsoft und Yahoo je Erweiterung im Bereich von ca. 2 Prozent bis 4 Prozent bewegen. (Google kommt beim seinem Reader mit den eigenen Blogger-Erweiterungen natürlich auf höhere Prozentanteile.)

Interessant: Creative Commons Erweiterungen liegen bei insgesamt 1.5 Prozent.

Bloglines hat vor ein paar Tagen eine Erweiterung für Access Control angekündigt, welche es den Erstellern von Inhalten ermöglichen soll, ihre Feeds nicht öffentlich zugänglich zu machen.

Da hatten sich wohl auch schon andere mit beschäftigt.

Zur neuen Erweiterung für RSS 2.0 und Atom heißt es bei Bloglines:

Our proposal for a Feed Access Control Standard is about creating a robots.txt-like standard for feeds. Bloggers and publishers who don’t want their feeds to be publicized will be able to tell search engines, aggregators and other feed crawlers to exclude their feed from listings, directories and search engine indexes.

Das könnte also einige Sorgen lösen, da ja eh die Hälfte der Blogger für sich selbst schreibt. Die Ankündigung wurde auch hierzulande wohlwollend aufgenommen.

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Voraussetzung für eine wirksame Umsetzung ist ja, dass sich Feedaggregatoren (… kümmern die sich eigentlich heute um Creative Commons?) und Suchmaschinen an den Access Control Standard auch halten. Spammer werden das sicher nicht tun.

Bin auch gespannt, wie sich Access Control mit den Erweiterungen von Creative Commons verträgt.

Einen ganz kleinen Wunsch für eine RSS 2.0 Erweiterung habe ich auch noch. Ein optionales Summary-Feld, das es bei Atom schon gibt. Ein Summary für diesen Eintrag könnte dann sein: Mal wieder langweiliger Tech-Kram ;-)

Hat vielleicht sonst noch jemand Ideen für RSS-Erweiterungen, die die Welt noch braucht?