Das ist zwar …

16. Juni 2006

… jetzt schon drei Jahre her, aber so lange hinkt Deutschland den USA ja ungefähr im Internet hinterher.

Eins nach dem anderen.

Ihr erinnert Euch vielleicht. Marissa ist die Dame mit dem Laufband neben dem Fernseher.

Marissa Mayer ist außerdem Talent Scout. Über ihren Schreibtisch müssen alle Projekte, die bei Google etwas werden wollen.

Und Marissa kann uns auch erklären, wie bei Google die Produktentwicklung funktioniert. Und das ist sehr, sehr interessant.

Die Formel ist einfach: smart people + creative environment + outlet for ideas = innovation

Und hier ist der Prozess:

  • Ideen kommen von überall. Stille Kollegen werden einbezogen, einmal in der Woche gibt es einen Brainstorming-Workshop. Auch die Nutzer liefern Ideen.
  • Priorisierung aller Ideen in eine Top 100 Liste nach Kundennutzen, Erfolgswahrscheinlichkeiten, Umsatzdiversifikation, Aufwand usw.
  • Kleine Teams. 3 Techniker und ein Manager in einem Projekt – keine Abteilungen. Nach drei bis vier Monaten wechseln die Techniker das Projekt. Einfache Konzeptions- und Marktforschungsphase: “if you build something users use, there will be a way to make money” und “if it is useful to people, later we can make revenue from it in a logical way” (Das macht dann ein Monetarisierungs-Team). Große Projekte werden entsprechend in kleinere Einheiten runtergebrochen.
  • Selbstorganisation und Visibility: Launch-Kalender, montags Projektreport.
  • User-centered Design: Einmal pro Woche gibt es Nutzeranalysen. Was will der Nutzer wirklich haben. Dann wird öffentlich experimentiert. Und das Nutzer-Feedback einbezogen. Zusätzlich gibt es statistische Analysen. Lieber ein Produkt schnell launchen und dann sukzessive verbessern.

In der Wirtschaftswoche habe ich vor ein paar Monaten gelesen, dass Google für die besten Projekte so 10 Mio. Dollar auslobt. (Pro Person oder pro Projekt – ich weiß es nicht mehr. Auch egal.)

Google CEO Eric Schmidt erklärt, wie es im Management funktioniert:

Here’s how it works for management: We spend 70 percent of our time on core search and ads. We spend 20 percent on adjacent businesses, ones related to the core businesses in some interesting way. Examples of that would be Google News, Google Earth, and Google Local. And then 10 percent of our time should be on things that are truly new.

Mich fasziniert Google’s Offenheit.

google worldcup

Und bei dieser Gelegenheit vielleicht auch gleich ein Traffic-Update. Gestern hat die Blogrolle ein Traffic All Time High gesehen:

252 Visits.

Kann ja jeder nachrechnen: Soviel hat Bild.T-Online im Mai in 20 Sekunden gemacht ;-)

Aber für die Blogrolle ist es viel. Nicht einmal nach der Einstellung meiner Simplifisticate-Übersetzung bei WordPress hatte ich derart viel Traffic.

Die Zahl der Feed-Abonennten hat sich von 33 auf 54 (in Worten: vierundfünfzig) um über 60 Prozent erhöht.

Wow.

14 Kommentare

mein geheimdienst sagte mir gerade, hier wäre ein wichtiger mensch am bloggen?

ist das richtig?

ihr weltherrscher *der allerdings viel wichtiger ist, global betrachtet*

Weltherrscher am 16. Juni 2006. #

zum Traffic:
Das könnte wohl an dem ComingOut gelegen haben =)
Nun ist die Blogrolle wohl bald in aller Munde … ähh … Auge.

Jokey am 17. Juni 2006. #

Ja, davon gehe ich auch aus ;-)

georg am 17. Juni 2006. #

Was habe ich nur wieder angerichtet… ;)

Mike Schnoor am 17. Juni 2006. #

Ich mach in der nächsten Zeit mal auf dich aufmerksam :)

Tapedeck am 17. Juni 2006. #

@Mike: Sonst hätten wir uns doch nie kennengelernt ;-)
@Tapedeck: Tapedeck rockt!

georg am 17. Juni 2006. #

Nun ja, Sie bloggen hier im schönsten Marketing-Denglish – und verantworten zugleich wesentliche Geschäftsfelder von BILD. Daran beißt die Maus nun mal keinen Faden ab.

Aber was soll’s: Mit seinem Charakter muss schließlich jeder zuerst selbst klar kommen. Beide bewohnen notgedrungen denselben Body.

Wollen Sie Google kaufen? Oder warum sind Sie so auf Google fixiert?

Chat Atkins am 17. Juni 2006. #

@georg – Ich bin auf die “neuen” Zugriffszahlen ab Montag gespannt. Am Wochenende ist ja bekanntermaßen nicht viel los…

@Chat – Das bezweifel ich sehr sehr stark… aber zu der Bild (Bild Dir Deine Meinung) wäre es natürlich für die “internetaffinen Leser” sicherlich ein interessanter Faktor, eine Bild-Suche (und nicht die bisher integrierte Funktion) als eigenes Portal zu haben. Ob das natürlich ankommt… das ist eine ganz andere Frage. ;)

Mike Schnoor am 18. Juni 2006. #

@Chat Atkins: Ich fand das einfach nur interessant.

georg am 18. Juni 2006. #

@georg: Für mich sieht’s ein wenig wie Klick-Jägerei aus. Also austesten, wie man zu Traffic kommt. Übrigens – ich mag mich ja täuschen: Aber der Stil scheint mir uneinheitlich. Schreiben Sie das alles selbst – oder lassen Sie auch schreiben?

@Mike: “Internetaffiner Bild-Leser” – das klingt für mich wie “alpiner Kabeljau”.

Chat Atkins am 18. Juni 2006. #

@Chat Atkins: Ich schreibe das alles selbst und dieses Blog hier kostet viel private Zeit. Mit Klick-Jägerei hat das wirklich nix zu tun. Bitte entschuldige die Stilschwankungen. Ich bin kein geübter Schreiber.

georg am 18. Juni 2006. #

Na dann – happy blogging.

“Nulla dies sine linea”, sagten die alten Lateiner zum Thema Schreiben – das wird mit der Zeit dann schon.

Chat Atkins am 18. Juni 2006. #

was spricht eigentlich gegen ein wenig “Klick-Jägerei” oder gar gegen Experimente, die den eigenen Stil betreffen? wir alle experimentieren doch – irgendwie – in der einen oder anderen Form, oder??? und wie in der “normalen Welt” brauchen wir auch in Kleinbloggersdorf – konstruktives! – Feedback, und das bedeutet auch Aufmerksamkeit. In der Blogosphäre ist Verlinkung das probate Mittel hierzu.

@georg: bin gespannt, wie die Trennung von Beruflichem und Privatem klappt, gerade unter den Augen der strengen Blogger und der lieben Kollegen ;-)

Rainer Helmes am 18. Juni 2006. #

@Rainer Helmes: Nun ja – entweder man schreibt um des Inhaltes willen oder um der Klicks willen. Die Erfahrung, dem Affen Zucker zu geben, ist ja in jenem anderen Medium mit den vier Buchstaben bereits alltäglichster Alltag, weil es da jeden Tag am Kiosk ordentlich “Klick” machen muss. Da wäre zur Entspannung doch mal der andere Weg angebracht. Und darum ging’s bei der Frage: Bloggt hier ein Privatmann – oder werden beruflich verwertbare Erfahrungen akquiriert.

Dass jemand erst Erfahrungen mit dem Stil in Antville sammeln muss, ist klar. Das muss ich auch. Die Blogger – das ist vielleicht ihr größter Verdienst – haben eine völlig neue Stilform entwickelt, die mit üblichen journalistischen Formen nur wenig gemein hat. Das Subjektive lernt sich nicht mal eben so.

Trotzdem ist es ein Unterschied, ob ich schreibe oder ob ich schreiben lasse. Deshalb hatte ich gefragt.

Chat Atkins am 19. Juni 2006. #

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